Der Charakter des Naturparks, dessen Böden, Geologie und Relief ihren Ursprung in der Eiszeit haben, wird heute vor allem durch großflächige Wälder geprägt. Sie sind Teil eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Niedersachsen und Ergebnis der natürlichen Nährstoffarmut der vorherrschenden Sandböden. Diese Kargheit der Landschaft verhinderte eine dichte Besiedelung. Straßen und Schienen gibt es so wenige, dass großräumig zusammenhängende, ruhige und unzersiedelte Landschaftsräume bis heute erhalten geblieben sind. Diese Ruhe und Abgeschiedenheit fördert das Vorkommen seltener störungsempfindlicher Tierarten wie Kranich und Schwarzstorch und ist gleichzeitig Kulisse für stundenlang ruhige Wanderungen und Fahrradtouren.
Ein besonders wichtiger Bestandteil der Landschaft sind die in die Wäldern eingestreuten Heideflächen, die vor allem im August, wenn die Heide flächendeckend in voller Pracht blüht, zur Attraktion werden. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit vermitteln die Sand- und Trockenheiden stimmungsvolle Landschaftserlebnisse, wie der im Herbstnebel schon beinahe gespenstisch wirkende Wacholderpark bei Schmarbeck. Die Heideflächen reichen fast von Celle bis nach Lüneburg und sind Ausdruck des früher betriebenen Raubbaus an den Wäldern. Sie sind heute nur noch kleine Reste ehemals riesiger Heideflächen des Mittelalters.
Der Naturpark Südheide bemüht sich seit Jahrzehnten um den Erhalt und die Entwicklung charakteristischer Beispiele dieser Landschaft. Er hat über 600 Hektar Heideflächen angekauft oder gepachtet und stellt durch die Unterstützung mehrerer Heidschnuckenherden deren Pflege sicher. Große Teile dieser Flächen sind inzwischen auch als Naturschutzgebiet gesichert.
Die naturnahen und ebenfalls Nährstoff armen Heidebäche Örtze und Lachte bieten einer großen Zahl gefährdeter und sehr empfindlicher Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Wassersport - zum Beispiel Kanu fahren - ist hier nur zu bestimmten Zeiten möglich. Kleinere Heidebäche dürfen nicht mehr befahren werden. Fischotter, Bachforellen, Flussperlmuscheln und viele andere profitieren davon. Zum Teil sind die Bäche von so großer Bedeutung für seltene und vom Aussterben bedrohte Arten, dass sie unter Naturschutz stehen - etwa der Weesener Bach, der bei Hermannsburg in die Örtze mündet. Andere sind sogar Schutzgebiete von bundes- und europaweiter Bedeutung, wie die Lutter, ein Nebenbach der Lachte, die in ihrer Niederung und ihren Quellgebieten über 160 gefährdete Pflanzen- und Tierarten beheimatet.
Quellgebiete der Heidebäche sind häufig Moore, die, eingebettet zwischen Wäldern und Heiden, beim Besucher einen malerisch-romantischen Eindruck hinterlassen.
Die unberührte Natur, die der Besucher im Naturpark vorfindet, wird durch acht Naturschutzgebiete, die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet und die großflächige Meldung als Naturschutzgebiet von europäischer Bedeutung gesichert und erhalten.